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Katastrophe in Gersthofen im Planspiel abgewendet

Ein Güterzug entgleist, streift einen Personenzug und verursacht ein Feuer in einer Lagerhalle für Gefahrgüter. Es ist ein Szenario, wie es sich Drehbuchautoren für einen actiongeladenen Katastrophenfilm ausdenken würden. Die Helden in diesem Fall: Die Katastrophenschützer des Landkreises Augsburg, die bei diesem Szenario ganz schön ins Schwitzen gekommen sind.

Donnerstagmorgen, 7:30 Uhr. Es ist ein ganz normaler Tag in Gersthofen. Schüler, Berufstätige sind unterwegs. Der Regionalzug auf der Strecke zwischen Donauwörth und Augsburg voll besetzt. Doch plötzlich gibt es einen Alarm für die Einsatzleitung von Rettungsdienst und Feuerwehr. Die Helfer befinden sich in einer Lage, die sich niemand wünschen würde. Das Szenario haben sich die Mitarbeiter der Staatlichen Feuerwehrschule Geretsried ausgedacht und zusammen mit Experten von vor Ort verfeinert.

Geprobt wird die Kommunikation und das Zusammenspiel in der Einsatzleitung über die verschiedenen Organisationen und Fachbereiche hinweg. Rettungswagen oder Löschzüge sind keine im Einsatz. Die Fahrzeuge und Patienten werden über die Übungsleitung per Funk eingespielt. Die Kräfte in der Einsatzleitung müssen dann die richtigen Entscheidungen treffen, um die Lage in den Griff zu bekommen und abzuarbeiten. Dazu gehören auch Anrufe etwa in Schulen oder bei Busunternehmen, wie sie auch im echten Einsatz vorkommen würden, immer versehen mit dem Hinweis: “Das ist eine Übung! Übung! Übung!”

Selbst ein nicht geplanter Ausfall der Computersysteme konnte Sanitätseinsatzleitung nicht aus dem Konzept bringen. Die Experten, zu denen auch Führungskräfte aus Gersthofen zählen, hatten nicht ausschließlich auf IT gesetzt, sondern eine redundante Lagekarte per Hand geführt.

Um 14 Uhr hieß es dann “Feuer aus!” und alle schwerverletzten Personen waren auf dem Weg in geeignete Krankenhäuser. In Gersthofen hat kaum jemand etwas von der Übung gemerkt. Der Tag konnte ganz normal weitergehen. Und die Helfer im Katastrophenschutz wissen, dass sie gut vorbereitet sind, sollte doch mal etwas schlimmeres passieren.

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